Bürgerentscheid zum Grundschulstandort

Bürgerentscheid zum Thema:

„Sollen die beiden Grundschulstandorten Hellenthal und Reifferscheid erhalten bleiben?“

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Für die Zukunft unserer Kinder und Enkel   —->  Stimmen sie mit nein

Positionspapier: Grundschule Hellenthal

Ein Schulgebäude hat in der Regel eine „Lebensdauer“ über mehrere Schüler- und Lehrergenerationen hinweg. Bei der Planung dürfen also nicht nur vergangene Erfahrungen, aktuelle Meinungen oder pädagogische Trends berücksichtigt werden. Die zentrale Frage lautet vielmehr: Was benötigt ein Schulgebäude, das heute gebaut wird, um den Herausforderungen von morgen und übermorgen gerecht zu werden? Dass diese Herausforderungen groß und z.T. völlig neuartig sein werden, bestreitet niemand ernsthaft. Diese veränderten Anforderungen in die Planung einzubeziehen, darin besteht die besondere Verantwortung in der derzeitigen Planungs- und Entscheidungsphase. Dies gilt sowohl für einen Neubau als auch für einen ‚Erneuerungsumbau‘. Die vorhandenen Gebäude müssen entsprechend den gegenwärtigen Standards  technisch, energetisch und ökologisch erneuert, vor allem aber auch organisatorisch und strukturell den veränderten pädagogischen Anforderungen angepasst werden. Eine sorgfältige Prüfung auf der Basis u. a. der „Leitlinien für leistungsfähige Schulbauten in Deutschland“ 1), der „Empfehlungen für einen zeitgemäßen Schulhausbau“ 2) und der Expertengutachten für die Gemeinde Hellenthal ergibt, dass mit der vorhandenen Bausubstanz – an zwei Standorten- eine zukunftsfähige Schule nicht realisiert werden kann.

 

Kosten: (nach Gutachten):

Kosten Neubau: (an einem noch zu bestimmenden Ort)     ca. 4.1  Mio €

Kernsanierung beider Standorte (zwingend erforderlich):  ca. 3,6  Mio €

Es entspricht leider den Erfahrungen, dass öffentliche Bauten selten im geplanten Kostenrahmen realisiert werden. Eine Kostensteigerung ist also durchaus möglich: Dies gilt aber um-so mehr für die Renovierung zweier Altbauten. Alle Erfahrung lehrt, dass hier mit gewaltigen Kostensteigerungen zu rechnen sein wird.

 

Folgekosten:

  • Unterhaltskosten zweier Gebäude
  • Ausstattung mit Fachräumen an zwei Standorten
  • Moderne Digitaltechnik an zwei Standorten
  • Finanzierung Nachmittagsbetreuung an zwei Standorten

Wenn überhaupt ein Neubau teurer würde als die Sanierung zweier Altbauten, dann dürften sich diese Mehrkosten bereits nach 5 Jahren amortisiert haben. Danach wird es sogar erheblich billiger.

 

Pädagogische Anforderungen:

In diesem Bereich ergibt sich die größte Notwendigkeit zum Umdenken. Hier seien nur einige Problemstellungen angedeutet. Die neuen Anforderungen der Differenzierung und Integration verlangen ein völlig neues Raumkonzept. Gerade schwächere Schüler bedürfen der besonderen Förderung. Wir können und dürfen es uns als Gesellschaft nicht leisten, mehr als 10% der Schüler nicht für den Arbeitsmarkt adäquat auszubilden. Bei z:B. 2 Schülern an dem einen und drei Schülern an dem anderen Standort, bei nur einer Lehrerstunde, lässt sich eine wirksame Förderung aber nicht realisieren. Die personelle Ausstattung wird für eine Schule gerechnet; ein optimaler Einsatz der Fachlehrer an zwei Standorten lässt sich stundenplantechnisch nicht realisieren. Auch Ausfälle (z.B. wegen Krankheit) können kaum kompensiert werden. etc.

Für viele Eltern ist eine Nachmittagsbetreuung unerlässlich. Die Bereitstellung von interessanten und fördernden Angeboten in diesen Zeiten erfordert eine angemessene Gruppenstärke. Diese ergibt sich aber nur bei Zusammenfassung beider Standorte. Zudem wäre ein qualitativ gleiches Angebot an zwei Standorten erheblich teurer.

 

Fahrzeiten:

Nach Auskunft der Verkehrsbetriebe erlaube die Konzentration auf einen Standort günstigere Fahrzeiten für fast alle Schüler, da Umwegfahrten wegfallen würden.

 

Standort:

Über den künftigen Standort der neuen Schule muss noch beraten werden. Alle Spekulationen oder gar Behauptungen über ungünstige Verkehrsbedingungen entbehren jeder sachlichen Grundlage, da über den Standort ja noch gar nicht entschieden ist. Allerdings gilt zu bedenken, dass ein Neubau auf der „grünen Wiese“ u.a. verkehrstechnisch seine Vorteile hat; aber es fehlt die Turnhalle, die in Zeiten, in denen viele Kinder unter Bewegungsmangel leiden, unbedingt erforderlich ist. Zudem sind viele Kinder auf ein gesundes, ausgewogenes Essen in der Nachmittagsbetreuung angewiesen. Dazu braucht es eine Mensa. (Dass dies funktionieren kann zeigt ein benachbartes Gymnasium!) Beide Voraussetzungen sind am Standort Hellenthal erfüllt.

 

Fazit:

Die Chance, den kommenden Kindergenerationen eine optimale Schulausbildung zu ermöglichen und damit auch die Attraktivität des Wohnens in der Gemeinde Hellenthal zu erhöhen, sollte man auf keinen Fall verpassen. Auf der Basis der vorliegenden Fakten ( nicht der Gerüchte, Halbwahrheiten oder Unterstellungen) kann –durchaus kontrovers – diskutiert werden, wie die ‚Empfehlungen für Schulneubauten‘ im Standort Hellenthal kostengünstig zu realisieren sind. In die Planung für eine zukunftsfähige Grundschule in Hellenthal sind alle Beteiligten der Schulgemeinschaft einzubeziehen. Schüler/innen, Lehrer/innen, Schulleitung, Elternvertreter, Vertreter/innen der Gemeinde und bei Bedarf Experten von außen arbeiten gemeinsam an einem tragfähigen Konzept. Es gilt, innovative und umsetzbare Lösungen zu erarbeiten, die dem Standort Gemeinde Hellenthal und den spezifischen Anforderungen und Bedürfnissen der Menschen entsprechen.

Alle Fakten sprechen für einen Standort, deshalb sollten Sie mit nein stimmen.

Foto: https://pixabay.com/de/kinder-m%C3%A4dchen-bleistift-zeichnung-1093758/

 

1) Hrsg: Kommunalverbände; Lehrerverbände; Deutscher Architektenbund, 2013

2) Institut für Schulentwicklung Dr. Seydel, im Auftrag des KM Baden-Württemberg, 2013

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